Die sechs typischen Produktgruppen
Anbieter setzen die Pflegebox individuell zusammen — es gibt jedoch sechs Produktgruppen, die in praktisch allen Boxen vertreten sind. Sie spiegeln die gesetzliche Definition von Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch wider.
1. Einmalhandschuhe
Schützen pflegende Angehörige beim Hautkontakt und bei hygienischen Tätigkeiten. Üblich sind Nitrilhandschuhe (latexfrei, hautverträglich) und Latexhandschuhe. Die meisten Anbieter führen verschiedene Größen (S, M, L, XL). Achten Sie bei Allergien explizit auf latexfreie Varianten.
2. Bettschutzeinlagen (Einwegvariante)
Saugfähige Einmal-Auflagen für das Bett, häufig in Größen wie 40 × 60 cm oder 60 × 90 cm. Sie schützen Matratze und Bettwäsche und werden nach Gebrauch entsorgt. Waschbare Bettschutzeinlagen sind eine sinnvolle Ergänzung, laufen aber rechtlich über einen anderen Anspruch.
3. Händedesinfektion
Alkoholische Lösung zur hygienischen Händedesinfektion, meist in Flaschen mit 300 bis 1.000 ml. Wichtig in Pflegesituationen mit häufigem Kontakt zu Schleimhäuten oder Wunden — und bei akuten Infektionskrankheiten in der Wohnung.
4. Flächendesinfektion
Mittel zur Desinfektion von Pflegehilfsmitteln, Betträndern, Türgriffen und Sanitärflächen. In der Praxis bewähren sich gebrauchsfertige Sprühflaschen, weil sie schneller einsetzbar sind als Konzentrate. Achten Sie auf begrenzt viruzide Mittel, wenn Infektionsrisiken bestehen.
5. Mund-Nasen-Schutz
Einmal-OP-Masken (Typ IIR) oder FFP2-Masken für die Pflege bei Erkältungen, im Kontakt zu mehreren Pflegepersonen oder bei Risikolagen. Welche Maskenart sinnvoll ist, hängt von der Pflegesituation ab.
6. Schutzschürzen
Dünne Einmalschürzen aus PE-Folie schützen Kleidung beim Waschen, Wundversorgen oder bei der Inkontinenzpflege. Sie sind günstig, leicht zu lagern und ein typischer Bestandteil jeder Box.
Was nicht in die Pflegebox gehört
Manche Produkte sehen aus, als müssten sie in die Pflegebox gehören — sie fallen aber unter andere Leistungen oder gar nicht unter den gesetzlichen Anspruch.
- Inkontinenzartikel — laufen meist über die Krankenkasse (ärztliches Rezept).
- Medikamente und Salben — über Apotheke und Rezept, nicht über die Pflegebox.
- Pflegehilfsmittel zur Wiederverwendung wie Pflegebett, Lifter, Rollator — eigener Antragsweg.
- Kosmetika und Pflegelotionen — kein Anspruch über die Pflegekasse.
- Verbandsstoffe für Wunden — laufen über die Krankenkasse (häusliche Krankenpflege).
- Hygieneartikel ohne Pflegebezug wie Toilettenpapier oder Seife — nicht erstattungsfähig.
Pflegebox individuell zusammenstellen
Die genaue Zusammenstellung legen Sie als Versicherte:r fest. Anbieter geben dazu in der Regel eine Auswahlmaske vor: Sie wählen Produkte und Mengen, das System rechnet automatisch gegen das monatliche Budget. Solange der Wert der gewählten Box im Pauschalbetrag bleibt, fallen für Sie keine Kosten an.
Mehr zur Auswahl: Pflegebox individuell zusammenstellen.
Beispielhafte Pflegebox
Wie eine konkrete Box aussehen kann, zeigt dieses Beispiel — gewählt mit einem Bedarf für zwei Pflegepersonen im Haushalt und Pflegegrad 3:
- 200 Einmalhandschuhe Nitril (Größe M)
- 200 Einmalhandschuhe Nitril (Größe L)
- 30 Bettschutzeinlagen 60 × 90 cm
- 1 Flasche Händedesinfektion 500 ml
- 1 Flasche Flächendesinfektion 500 ml
- 50 OP-Masken Typ IIR
- 50 Schutzschürzen PE
Eine andere Familie wählt mehr Bettschutz und weniger Desinfektion. Wieder andere brauchen FFP2 statt OP-Masken. Genau das ist der Punkt: Die Pflegebox passt sich an Ihre Pflegesituation an.